In eigener Sache

Charles Darwin resting against pillar covered with vines.

Wie bei jedem Blog kommt auch bei eurem guten Onkel Michael irgendwann die Frage der Kommentare auf und seit ich vermehrt über den Irrsinn der Homöopathie schreibe, wird es notwendiger etwas dazu zu sagen. Und ihr werdet es jetzt schon erraten haben, das kommt jetzt. Hier. Unweigerlich im Anschluss. Also. Aufgemerkt:

  1. Natürlich veröffentliche ich hier auch Kommentare, die nicht meiner Meinung entsprechen. Im Gegenteil, ich würde sogar gerne die eine oder andere Darstellung eines Befürworters der Homöopathie freischalten, wenn diese sachlich daher käme, aber die Kommentare, die mich bisher erreichten, waren dies nicht. Und da wären wir schon bei
  2. Ich weiß natürlich, dass ich gerade gegen die Homöopathie gut austeile (weil’s halt auch Blödsinn ist) und dementsprechend bin ich auch bereit einzustecken. Wenn Kommentare allerdings auf die persönliche Ebene abzielen oder beleidigend sind, landen die schneller im Papierkorb als man „Potenzierung“ sagen kann.
  3. Kommentare wie „Ich hoffe, Du bekommst Krebs und verreckst elendiglich an der Chemotherapie“ sind einfach nur geschmacklos und zeigen die nicht vorhandene Kinderstube.

Die homöopathische Farbenlehren

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Farben sind schön. Farben sind was Feines. Ohne Farben wäre es noch döööfer hier. Farben dienen aber auch als Grundlage für so manche hmmm… sagen wir es mal wohlwollend merkwürdige Theorien. Eine davon ist die homöopathische Farbenlehre. Homöopathische Farbenlehre fragt ihr euch jetzt? Was soll das sein? Weiß gestrichene Räume, von denen behauptet wird, sie seien tatsächlich rot, gelb und grün gestrichen? Schauen wir uns das mal genauer an.

Diese Farbenlehre geht zurück auf den Homöopathen Hugbald Volker Müller (1921-2000), der den 1970er und 1980er Jahren mit Veronica Carstens zusammenarbeitete und 1985 dachte er sich nun diese Farbenlehre aus. Müller war es auch, der die homöopathische Handschriftenanalyse entwickelte. Aber davon berichte ich in einem anderen Artikel, meine Leidensfähigkeit ist schon durch diese „Farbenlehre“ ausgeschöpft…

Aber wie funktioniert nun dieses Zeugs?

Ganz einfach. Dem Patienten wird eine Übersichts-Farbtabelle vorgelegt, in der er spontan den Farbbereich angeben soll, der ihm am besten gefällt. Dann darf sich der Patient mit Hilfe einer feineren Tabelle die exakte Farbnuance aussuchen. Den Farbnuancen sind dann Medikamente zugeordnet. Momentan gibt es wohl um die 1.100 Mittel, denen Farben zugeordnet sind oder umgekehrt. Das ganze kann man dann noch mit der Handschrift verknüpfen. Wie weit man so eine Beliebigkeit auswälzen kann, zeigt sich darin, dass es ein dreibändiges Lehrbuch (89.–€) gibt.

Zwar mag eine Farbenlehre in der Modewelt oder der Innenarchitektur von Nutzen sein, doch wenn eine derartige Beliebigkeit Einfluss auf die Behandlung körperlicher Leiden haben soll, ist dies höchst gefährlich. Die Lieblingsfarbe oder die Handschrift kann doch keinen Einfluss darauf haben, wie Medikamente im Körper wirken.

Dann kann ich ja genauso Essens-, Musik- oder Filmvorlieben heranziehen. „Aaach, Herr Schneidereit, Sie sind der Linsensuppentyp? Dann gebe ich Ihnen mal Flatulenzia D12, das hilft besser…“

Man kommt aus dem Kopfschütteln nicht mehr heraus.

P. S. Das Beitragsbild zeigt einen Farbkreis nach Newton und hat mit dem homöopathischen Tralala nichts zu tun, ist aber schön bunt…

Es wäre doch eigentlich so einfach…

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Ich würde mich so sehr freuen, wenn man auch im Berufsalltag anderen Menschen mit der gleichen Achtung und Wertschätzung begegnen würde, die man für sich selbst ausbedingt.

Dieses andauernde Treten gegen andere, dieses Kleinmachen anderer, diese dauernden und bewusst gesetzten Verletzungen des anderen, dieses Sich-selbst-groß-machen auf Kosten anderer, bringt überhaupt nichts und vergiftet nur das Miteinander.

Was für einen ausgeprägten Minderwertigkeitskomplex müssen manche Leute haben, damit sie sich immer wieder auf Kosten anderer groß machen müssen? Sind diese Menschen überhaupt je geistig vom Grundschulpausenhof rausgekommen?

Macht es soviel Spaß, andere kaputt zu machen?

Dabei wäre es so einfach. Gegenseitige Achtung, Wertschätzung und Respekt sollten unter erwachsenen Menschen selbstverständlich sein. Sie kosten nichts und auf die Dauer machen sie auch glücklich. Aber das scheint wohl zuviel verlangt zu sein.

 

Beitragsbild: https://instaffo.com/mobbing-gewalt-arbeitsplatz/

Geld stinkt nicht – Homöopathischer Büchermarkt

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Pecunia non olet oder Geld stinkt nicht, das wusste schon der römische Kaiser Vespasian und erhob eine Latrinensteuer. Auch viele deutsche Verlage wissen, dass sie damit Geld machen können. Wie sie das machen? Ganz einfach, indem sie zu jedem noch so abstrusen „alternativen“ Heilverfahren Bücher auf den Markt werfen.

Besonders ärgerlich ist dies natürlich auch, wenn renommierte Verlage dies tun, denn wenn der XY-Verlag schon ein Buch über Homöopathie/Reiki/Anthroposophische Medizin etc. rausbringt, dann muss ja was dran sein. Dass es sich hierbei um ein argumentum ad verecundiam, also ein Autoritätsargument handelt, auf dem große Teile der Werbewirtschaft basieren, realisieren die meisten Menschen nicht.

Nachdem schon Prinz Charles die Homöopathie befürwortet, muss doch etwas dran sein! Äääääh… nein… muss es nicht. Ist Charles Mountbatten-Windsor Arzt? Chemiker? Pharmazeut? Nein! Er ist wie viele andere Menschen auch lediglich ein interessierter Laie. Der Unterschied ist, dass er seine herausgehobene Stellung dazu benutzt, die Werbetrommel zu rühren.

Aber zurück zum deutschen Buchmarkt. Gibt man z. B. bei Amazon.de „Homöopathie“ als Suchwort ein, bekommt man dies:

Amazon1Man sieht, von Quickfindern über Notfallapotheken, Quickfinder für Kinder und ähnlicher Unsinn geben sich die Klinke in die Hand. Erst weit unten auf der Seite findet man die ersten kritischen Bücher zum Thema:Amazon2

Um mal kurz abzuschweifen… Was mich persönlich wirklich interessieren würde ist, warum soviele Menschen so verantwortungslos selbst an ihrer Gesundheit herumbasteln. Ist das ein pervertierter DIY-Gedanke? „Meine Küche habe ich selbst gefliest, da kann ich doch auch meine Syphilis selbst behandeln…“ oder „Ich habe die Elektroinstallation in meinem Haus selbst gemacht, da werde ich doch die Mittelohrentzündung meiner Tochter selbst behandeln können…“ Man weiß es nicht…

Aber kommen wir zurück zum Thema. Nicht nur, dass mit diesen Büchern zehntausende von Euro Umsatz generiert wird, bekommt die Homöopathie dazu auch noch eine gewisse Legitimation, werden derartige Bücher doch teilweise auch in Apotheken feilgeboten.

Umso erfreulicher ist es, dass einige Verlage auch kritische Bücher zur Homöopathie und zur restlichen Alternativmedizin publizieren. Und mit Springer, Hanser und Suhrkamp sind es durch bekannte Publikumsverlage. Natürlich würde ich mich freuen, wenn sich noch mehr Verlage auf diesem Gebiet engagieren würden.

Ich habe die Skeptikerbücher, die mir spontan im Gedächtnis waren hier zusammengestellt. Falls ihr noch eines kennt, dann bitte in der Kommentarspalte anmerken, ich werde es dann in der Liste ergänzen.

 

Aust, Norbert: In Sachen Homöopathie: Eine Beweisaufnahme. Elbersdorf: Web-Site-Verl., 2013.
ISBN 9783942594479                      16,90 €

Berndt, Edmund: Der Pillendreh: Ein Apotheker packt aus. Wien: Edition Va Bene, 2009.
ISBN 9783851672350                      nicht lieferbar

Ernst, Edzard: Nazis, Nadeln und Intrigen: Erinnerungen eines Skeptikers. Hannover: JMB, 2015.
ISBN 9783944342566                      18,95 €

Goldner, Colin: Alternative Diagnose- und Therapieverfahren: Eine kritische Bestandsaufnahme. Alibri, 2008.
ISBN 9783865690432                      12,00 €

Graf, Dittmar [Hrsg.]: Anders heilen?: Wo die Alternativmedizin irrt. Aschaffenburg: Alibri, 2015.
ISBN 9783865691699                      14,00 €

Grams, Natalie: Homöopathie neu gedacht: Was Patienten wirklich hilft. Berlin: Springer, 2015.
ISBN 9783662453360                      14,99 €

Much, Theodor: Der große Bluff: Irrwege und Lügen der Alternativmedizin. Wien: Goldegg, 2014.
ISBN 9783902903105                      19,95 €

Müller, Anousch: Unheilpraktiker: Wie Heilpraktiker mit unserer Gesundheit spielen. München: Riemann, 2016.
ISBN 9783570501955                      16,99 €

Schmacke, Norbert [Hrsg.]: Der Glaube an die Globuli: Die Verheißungen der Homöopathie. Berlin: Suhrkamp, 2015.
ISBN 9783518466391                      14,99 €

Singh, Simon / Ernst, Edzard: Gesund ohne Pillen: Was kann die Alternativmedizin? München: Hanser, 2013.
ISBN 9783446245549                      21,50 €

Weymayr, Christian: Die Homöopathie-Lüge: So gefährlich ist die Lehre von den weißen Kügelchen. München: Piper, 2012.
ISBN 9783492055369                      16,99 €

 

Quellenangabe Beitragsbild: https://wasliestdu.de/magazin/2015/buecher-fuer-alle

Über den Arbeitsalltag eines Innenministers

Brooklyn_Museum_-_Two_Veiled_Women_and_a_Child_-_Antoin_Sevruguin

Innenminister de Maizière erwägt ein Burka-Verbot. Hat er keine anderen Sorgen? Burkas gehören meiner Meinung nach nicht zu den wichtigen aktuellen Problemen. Warum? Ganz einfach, weil die Burka nicht zum Straßenbild gehört. Selbst bei den Flüchtlingen, die aus den verschiedensten arabischen Ländern zu uns kommen, sieht man zwar die „normalen“ Kopftücher, also Hijabs oder Niqabs, doch Burkas nicht.

Aber wenn, dann, für den Fall, dass… heißt es dann immer. Ja, meine Herren, dann müssen wir für jeden konstruierten Fall ein Gesetz erlassen. Ich persönlich fühle mich ja von auf Dinosauriern reitenden Nazis in ukrainischer Tracht bedroht und hätte gerne mal ein Gesetz dagegen. Also, auf auf, Herr Innenminister!

Aber mal im ernst. Diese Initiative ist doch nur ein populistischer Versuch, am rechten Rand zu fischen. Es gibt noch viele Probleme zu bewältigen, gerade auch für einen Innenminister, aber ein Burka-Verbot steht in meinen Augen recht weit unten auf der Liste, auch wenn es mediale Aufmerksamkeit bringt.

Hitler hatte kein Abitur!

Hitler_and_Mussolini_in_Munich,_Germany,_circa_June_1940

Wir haben in Deutschland eine Meinungsfreiheit, was bedeutet, dass jeder eine Meinung haben, diese äußern und verbreiten darf. Dies geschieht tagtäglich tausendfach auf den verschiedensten Kanälen.

Soweit so gut.

Aber genau weil dies tagtäglich tausendfach auf den verschiedensten Kanälen geschieht, bin ich gegen die Einführung von Volksentscheiden, die ja in letzter Zeit gerade aus der nationalkonservativen Ecke immer wieder zum Allheilmittel hochstilisiert wird.

Jetzt wird man natürlich wieder über mich herfallen und mir alles Mögliche unterstellen. Wahrscheinlich bin ich auch schuld am Untergang des christlichen Abendlandes. Das ist mir aber rechtschaffen egal.

So, aber warum ich gegen Volksentscheide bin wollte ich erzählen. Das ist doch ganz einfach. Schaut doch mal nach Großbritannien. Der sogenannte „Brexit“ ist ein Lehrstück, warum so etwas in größeren Nationen nicht funktioniert. Weil der Mensch nämlich blöd ist. Er läuft dem größten Schreier, dem größten Versprecher, den einfachsten Parolen nach, macht bei ihm sein Kreuzchen und stürzt sein Land so in’s Unglück.

Das sah dann im Falle des Brexits so aus, dass erst am Tag nach der Abstimmung die Suchmaschinenanfragen über die Folgen eines Ausscheidens aus der EU hoch schnellten. Vorher nicht. Vorher wurde den Schreiern und Versprechern, den Populisten nachgelaufen. Warum? Weil es bequemer war. Warum den ganzen Artikel lesen, wenn man doch die Schlagzeile hat. Verkürzen, eindampfen, vereinfachen. Schauen wir der hässlichen Wahrheit ins Gesicht, die Stammtischmentalität hat momentan die Oberhand. Gut, sich fundiert und umfangreich zu informieren macht arbeit, man muss nachdenken und das ist anstregend. Und das ist es was, mich so wütend macht. Wir leben in einer Zeit, in der wir Zugriff auf so viele fundierte Informationen wie noch nie in der Geschichte haben, doch trotzdem werden sie nicht genutzt.

In Deutschland wäre es doch genauso gewesen wie in Britannien. Man sieht es doch an Pegida und Co., wie wieder hinter dem Vorbeter hergetappt wird, wie eine Horde Zombies auf der Suche nach Gehirn, nur wird man hier keines finden.

Sehen wir es ein, die Menschheit ist in größeren Maßstäben zu faul für direkte Demokratie, also lassen wir es und schonen unsere Nerven.

P. S. Was das jetzt mit Hitler zu tun hat? Nix! Absolut nix! Aber auch wirklich nix! Aber Hitler zieht doch immer…

Ist Ihr Kind auch ein Dämon?

Asmath

Steiner_um_1905Sie haben ein Kind? Sind sie sich sicher? Sind sie sich GANZ sicher? Wirklich? Ehrlich? Echt?
Oder ist es nur ein Dämon in Menschengestalt?
Jetzt fauchen Sie mich nicht so an, ICH bin es ja nicht, der so einen Unsinn erzählt, das ist doch der Rudolf Steiner. Ja, genau DER Rudolf Steiner, der mit Anthroposophie und der Waldorfschule und Demeter und dem ganzen Schotter.

Genau DER Rudolf Steiner sagt, dass nicht alle Menschen eine Seele haben. Sie sehen zwar aus, wie normale Menschen und man erkennt sie auf den ersten Blick nicht, aber in sich drin haben diese Leute einen Dämon sitzen. Jaha, ich weiheiß, dass das Blöhödsinn ist, aber der Steinersche behauptet es halt und das wird heutzutage noch immer ernsthaft diskutiert unter seinen Anhängern.

Wie das vor sich geht? Ich hab das mal so verstanden:
Also der Steinersche, der hatte ja so ein Reinkarnations-Ding sich eingebildet. Und wenn quasi mehr Menschen geboren werden, als Seelen vorhanden sind, naja, dann wird der Platz eben von einem Dämonen eingenommen. So in Kurzform.

Wie? Sockenschuss? Naja, wenn Sie das so sagen wollen.

Aber es gibt ja glücklicherweise auch zwei Möglichkeiten, diese Dämonenentitäten zu erkennen. Also einmal sehen alte Menschen ohne Seele sehr jugendlich aus und zum anderen erkennt man das an besonders kleinen oder nicht vorhandenen Ohrläppchen. WAS HEISST WIE ALT ICH BIN? UND NEHMEN SIE DIE HAND AUS MEINEM GESICHT! Gibt’s ja gar nicht, so ein unverschämter Mensch…

Jetzt setzen Sie sich wieder hin, ich bin noch nicht fertig.

Verraten will er das aber nicht groß… Was? Freilich, da haben Sie recht, wenn mehr Menschen wüssten, dass er so einen Schotter ablässt, hätte er sicherlich eine Freifahrt in der Waschmaschine gewonnen. Steiner selbst sagt dazu: Wir wollen das nicht in die Welt hinausposaunen. Die Gegnerschaft ist so schon groß genug. Solche Dinge schockieren die Menschen furchtbar. Es hat einen furchtbaren Schock hervorgerufen, als ich genötigt war zu sagen, daß ein ganz berühmter Universitätsprofessor, der einen großen Ruf hat, daß der, nach einem sehr kurzen Leben zwischen Tod und neuer Geburt ein wiederverkörperter Neger war, ein Forscher. Aber diese Dinge wollen wir nicht der Welt verkünden.

Wie? Ja freilich war Steiner zu allem Überfluss auch noch Rassist. Geben Sie doch mal bei Google „Rudolf Steiner Rassist“ ein und sie bekommen seitenweise Ergebnisse. Ja, hängt keiner an die große Glocke, ist doch klar. Die Steiner-Jünger heutzutage wollen doch nicht, dass die Wahrheit über ihren Guru bekannt wird. Aber wie gesagt, googeln Sie mal, da finden Sie interessante Sachen über den Steiner.

Ja, mich wundert auch, dass so viele Menschen so einem Schwampf hinterherlaufen, würde mich aber echt mal interessieren.

Wie? Käffken? Warum sagen Sie das nicht gleich…