Gelesen: Das Kabinett der Phantasten im JMB-Verlag

9783940970794

Es ist eine alte fernöstliche Weisheit, dass die schönsten Blumen meist im Verborgenen blühen. Nun, von alten fernöstlichen Weisheiten kann man halten was man will, ich zumindest misstraue Botschaften, die sich  gewöhnlich in Keksen verstecken, deren Härte nur Zahnärzte jubeln lässt, aber zumindest im Verlagswesen findet man die Aussage bestätigt. Ist es doch Verleger Jens Bolm, der mit seinem JMB-Verlag in Hannover immer wieder Perlen veröffentlicht, die man sonst vergebens sucht.

Seit einiger Zeit sind es Bücher aus dem Bereich des wissenschaftlich-kritischen Denkens, mit denen Bolm sich – berechtigterweise – einen Namen macht. Schon länger läuft allerdings seine Serie Das Kabinett der Phantasten, in der er seit nunmehr fast sechzig Bänden Kleinode der klassischen Schauerliteratur veröffentlicht. Besonders hoch ist es dem JMB-Verlag anzurechnen, dass es neben den „Gassenhauern“ der Schauerliteratur auch unbekanntere Werke durchaus bekannter Autoren sind, die in die Reihe aufgenommen wurden.

Und so kann man sich vortrefflich gruseln mit dem „Schrecken der ‚Blue John‘-Spalte“ aus der Feder des Sherlock Holmes-Erfinders Arthur Conan Doyle, im „Gobelin-Zimmer“ von Walter Scott oder mit der „Familie des  Wurdalak“ von A. K. Tolstoj. Allerdings findet man auch bekannte Werke wie „Cthulhu’s Ruf“ von H. P. Lovecraft, „Das Canterville-Gespenst“ von Oscar Wilde oder „Die Legende von Sleepy Hollow“ von Washington Irving. Alles in allem eine äußerst spannende und herrlich abwechslungsreiche Auswahl.

Herausgegeben wird die Reihe von Dr. Heiko Postma aus Hannover. Postma, war Redakteur der Literaturzeitschrift „die horen“ und als Journalist für  sowohl für verschiedene Norddeutsche Zeitungen, wie auch Radiosender tätig. Im JMB-Verlag hat er in der Reihe „Von Büchern und Menschen“ bereits zahlreiche höchst interessante Bände zum Leben und Werk der  verschiedensten Schriftsteller veröffentlicht. Auch seine Sammelbände der Werke von Robert Burns sind äußerst gelungen.

Alle fremdsprachigen Bände wurdenvon den jeweiligen Übersetzern neu und stimmungsvoll ins Deutsche übertragen und mit einem Nachwort zu Werk und Autor versehen. Bei den deutschsprachigen Werken, wie denen von Friedrich Gerstäcker oder E. T. A. Hoffmann, wurde das Nachwort von Reihenherausgeber Heiko Postma verfasst.

Schaut man sich die Bände an, so merkt man, mit wie viel Leidenschaft Jens Bolm die Bände gestaltet, sind doch bereits die Einbände der Broschurbände recht stimmungsvoll und kommen natürlich in „schauerlichem“ schwarz daher, mit blutroten Textfeldern und einem extra „Blutstropfen“ für das  Verlagssignet. Natürlich könnte man jetzt auf ganz, ganz, ganz hohem Niveau jammern, dass man das JMB-Logo etwas schauerlich anpassen hätte können, aber das wäre sicherlich ungerecht. Jedenfalls sind die Bände somit bereits in den Punkten Haptik und Design ein Erlebnis.

Das Kabinett der Phantasten aus dem JMB-Verlag Hannover ist eine  hervorragende Sammlung für Kenner und Liebhaber der phantastischen- und Schauerliteratur, aber auch bestens für Einsteiger und Entdecker dieser Gattung geeignet. Jeder Titel hat zwischen ca. 30 und ca. 60 Seiten und kostet jeweils 7.– €. Für Sparfüchse gibt es noch Paketangebote mit jeweils 15 Bänden. Eine gesamte Gesamtübersicht über alle bisher veröffentlichten Titel ist auf der Homepage des Verlages (www.jmb-verlag.de) zu finden, wo die
Bücher auch direkt erworben werden können.

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