Das Gleichnis vom Gerechten und dem Kackvogel

Dareinst war da in Obergaliläa ein Gerechter, der lebte glücklich und zufrieden. Er arbeitete dort in der Kolchose „Zum fröhlichen Seemann“ und war dort Buchhalter und Werbetexter und damit sehr erfolgreich. Sein Plakat „Edel sei der Mensch, milchreich die Kuh!“ wurde sogar im Fachblatt für Milcherzeuger und Eierproduzenten für Oer-Erkenschwick und Westmünsterland abgedruckt.

So lebte er glücklich und zufrieden vor sich hin, bis eines schlimmen Tages ein Kackvogel in der Kolchose auftauchte. Es war ein häßlicher, alter Kackvogel mit räudigem Federkleid, der mit sich und der Welt unzufrieden war. Das einzige Besondere am Kackvogel war aber, dass er sprechen konnte und diese Sprache benutzte er dazu, Menschen zu drangsalieren, zu beleidigen und zu verleumden. Da er aber einen besonderen Status hatte, konnte man ihn nicht von der Kolchose verweisen und so musste man mit ihm leben.

Der Kackvogel suchte sich den Gerechten aus, um ihn zu drangsalieren und alle seine Kollegen waren froh, dass Ihnen dieses Schicksal erspart geblieben war. Nur zwei alte Fetteln, die mit ihrem Leben genauso unzufrieden waren wie der Kackvogel hielten zu ihm, ansonsten konnte kein anderer Arbeiter auf der Kolchose das Vieh leiden und alle waren froh, wenn sie es nicht oder nur von hinten sahen.

Der Gerechte musste aber nun viel erleiden. Tag für Tag beleidigte ihn der Kackvogel, hielt ihn von der Arbeit ab und drangsalierte ihn auf’s Blut. Und wenn er einmal vom Gerechten ablies, dann nur, um durch die Kolchose zu flattern und schlecht über den Gerechten zu sprechen.

Tag um Tag verging, Monat für Monat und Jahr für Jahr. Und auch der Gerechte veränderte sich durch das dauernde drangsalieren. Erst wurde er ungerecht gegen seine Familie und Freunde, viele zogen sich von ihm zurück und der Gerechte wurde immer einsamer. Bald hatte er Angst, zur Kolchose zu gehen. Jeden früh, wenn er auf seinem Kamel zur Kolchose ritt, hatte er Panik, die stärker wurde, je näher er dort hin kam. Zur Angst kam dann die Depression unter der der Gerechte zu leiden hatte und bald konnte er nur noch zur Kolchose, wenn er Tabletten genommen hatte.

Und der Kackvogel wurde immer dreister und je dreister der Kackvogel wurde, desto schlechter ging es dem Gerechten. Und da er um seinen besonderen Status wusste, dachte er, er hätte Narrenfreiheit auf der Kolchose und so war es auch. Egal was er tat, egal wie sehr er den Gerechten drangsalierte, niemand tat etwas dagegen, niemand beschützte ihn und der Gerechte wusste, dass er ganz alleine, dass er Freiwild war.

Eines Tages erfuhr der Kackvogel von einer neuen Siedlung in der Nähe, wo neue, schöne Häuser gebaut wurden. Dorthin flog der Kackvogel, setzte sich auf die Dächer und kackte all die neuen, schönen Häuser voll. Als er nach vier Wochen alle Häuser vollgekackt hatte, kam er wieder zurück auf die Kolchose und da er von seinem bösen Werk so beflügelt war, drangsalierte er den Gerechten umso mehr und umso stärker.

Wie so oft davor versuchte sich der Gerechte Hilfe zu holen, aber niemand stand ihm bei. Da nahm der Gerechte einen Baseballschläger, schlug den Kackvogel bewusstlos und steckte ihn in den Häcksler, auf dass nur noch einige häßliche Federn übrig blieb. Und als dies in der Kolchose bekannt wurde, hob ein großes Freudengeheul an und eine große Party wurde gefeiert. Nur die beiden alten Fetteln packten den Gerechten und zerrten ihn vor Gericht, wo sie ihn anklagten. Aber dem Richter gehörte eines der Häuser, die der Kackvogel vollgekackt hatte und so sprach er den Gerechten frei und schlug ihn noch für die ehrenvolle Hundeführermedaille am Band mit Schärpe vor.

Und nun endlich konnte der Gerechte wieder in Frieden leben.

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