Sommererlebnisse

Selbst ich habe ja irgendwann mal Urlaub. Gut, dieses Jahr war das erst einmal der Fall und das ist auch schon länger her, aber die Erinnerung daran ist noch frisch.

Als ich also damals im Urlaub war, genoss ich am meisten, ohne Hektik zu frühstücken, einen feinen Kaffee zu trinken und die Tageszeitung zu lesen. Irgendwann saß ich also nach einer belebenden Dusche wieder in meinem Wintergarten, süffelte einen echt leckeren Kaffee und blickte tief zufrieden in meinen Garten um zu überlegen, was heute dort wohl zu tun ist.

Da klingelte es an der Tür. Um ½ 10 Uhr in der Früh, also quasi zu nachtschlafender Zeit, eine Frechheit, ein Skandal, ein odiöses Vorkommnis. Also, ich zur Tür (Bademantel, Schlappen, Kaffeetasse in der Hand, aber zur Beruhigung der anwesenden Damen: ich trug T-Shirt und Shorts) und geöffnet.

Vor mir standen zwei zugegebener Maßen recht hübsche Damen Anfang 30 in etwas strengen Angel-Merkel-Gedächtnis-Hosenanzügen.
„Guten Morgen, wir sind von den ‚Drölfzig Jüngern Zebedäi‘ und wollten Fragen, ob wir uns mit Ihnen über Gott unterhalten können“ schallte es mir von der blonden Dame entgegen (Anmerkung: Natürlich weiß ich, dass es keine „Drölfzig Jüngern Zebedäi“ gibt, aber bevor ich verklagt werde…).

Ich muss ehrlich gestehen, dass ich für eine Nanosekunde lang dran gedacht habe einfach höflich abzulehnen und die Tür zu schließen, aber ihr kennt mich, und schon war es draußen: „Wieso? Was hat er denn angestellt?“

„Ja nichts hat er angestellt, wir wollen uns nur über ihn mit ihnen unterhalten“ (leicht verwirrt)

„Aber wieso denn? Ich kenn den doch gar nicht. Bei uns in der Straße wohnt er jedenfalls nicht“ (Kaffee schlürfend)

„Natürlich wohnt der nicht hier, das wollen wir ihnen doch gerade erklären“ (noch verwirrter)

„Vielleicht schauen sie mal ungefähr einen Kilometer weiter die Straße rauf, da sind neue Wohnblöcke gebaut worden, die Leute kenne ich nicht, vielleicht wohnt der Herr Gott dort“

„Nein, wir wissen wo der ist, wir wollen uns mit ihnen über den unterhalten“ (schon leicht genervt)

„Also das finde ich jetzt wirklich nicht nett von ihnen. Zwei so proppere Mädels und dann laufen sie von Haus zu Haus und wollen die Leute aushorchen über andere Leute, die man noch nicht mal kennt. Da müsste man ja direkt die Polizei holen“ (gespielt aufgebracht)

„Aber der wohnt doch im Himmel und will sie erlösen“ (schon etwas verzweifelt)

„Ach, Himmel, Schwimmel, wenn der im Himmel wohnen würde, dann würde der Herr Gagarin ihn kennen, der wohnt im Nachbarhaus und hat mir von so was noch nie erzählt und wenn der zwei, drei Bierchen hat, dann erzählt der ihnen alles, was sie hören wollen. Das will ich ihnen nur mal sagen!“ (noch gespielt aufgebrachter)

Da schaltete sich die zweite Dame ein und meinte „Komm, Karin, hier werden wir veralbert“

„Ja natürlich, aber wer hat denn angefangen?“

Aber ich schwöre euch, so wie die gegrinst haben, hat es den beiden auch Spaß gemacht.

Und nachdem wir soviel von ihm gehört haben, Gott himselfe:

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