Böhmermann – Meine 2 Cent dazu

Habt ihr alle fleißig den Fall Böhmermann verfolgt oder die „Causa Böhmermann“, wie es ja auch so schön heißt? Ja, gell? Natürlich, geht ja nicht anders. Seit Tagen hört und liest man ja nichts Anderes mehr und mich fasziniert es, wie mittlerweile auch die letzte Flachpfeife, die sonst schon mit dem Klettverschluss der Schuhe überfordert ist, plötzlich zum Rechtsgelehrten mutiert und seinen Senf in die Welt bläst, den diversen Kommentarspalten sei Dank.

Die Affaire Böhmermann ist wieder mal ein perfektes Beispiel, wie schnell eine Diskussion in hysterisches Geplärre ausarten kann. Die selbsternannten Experten galoppieren von Talkshow zu Talkshow und pupsen ihren Senf in die Welt und produzieren so halbgaren auf Dreiviertelinformationen basierenden Mist.

Ich brauche keinen Hallervorden, keinen Kalkofe oder Heinrich Hermannskötter von um die Ecke, um mir eine Meinung zu bilden. Wen ich hören möchte, dass sind Juristen und am besten noch neutrale Juristen ohne irgendeinen parteipolitischen Hintergrund, die mir die ganze Sache ruhig und sachlich erklären.

Ehrlich gesagt, ich möchte nicht in der Haut von Angela Merkel stecken, angesichts der Prügel, die sie einstecken muss. Allerdings hätte sie diese Prügel auch einstecken müssen, wenn sie anders entschieden hätte.

Aber gut, sei es wie es will, die Diskussion wird nicht wieder in geordnete Bahnen zurückkehren. Von einigen Medien erwarte ich ja noch nicht mal eine differenzierte Berichterstattung, aber dass nun auch Medien, die ich bisher als seriös empfunden habe, in den Chor der wahnsinnigen Hysteriker einsteigen, dass irritiert mich schon sehr.

Wenn ich mir jedenfalls diese Masse an selbstgefälligen Leserkommentaren und sonstigen Wortmeldungen ansehe, dann sei es mir gestattet, aus dem „Foucaultschen Pendel“ von Umberto Eco zu zitieren: Ma gavte la nata!

‚Das ist Turinerisch. Heißt soviel wie: Zieh dir mal den Pfropfen raus, oder wenn du’s so lieber hast: Wollen Sie sich bitte gütigst den Stöpsel entfernen. Angesichts einer steif und geschwollen daherredenden Person nimmt man an, dass sie von ihrem eigenen Dünkel aufgeblasen sei, und zugleich unterstellt man, dass diese übermäßige Selbsteinschätzung den geblähten Leib nur kraft eines Pfropfens so prall erhalte, eines korkenähnlichen Stöpsels, der, in den After eingeführt, verhindert, dass diese ganze aerostatische Würde einfach verpufft; dergestalt, dass man mit der Aufforderung an das Subjekt, sich besagten Stöpsels per Extraktion zu entledigen, dieses dazu verurteilen will, sein eigenes Erschlaffen herbeizuführen, ein jähes und irreversibles Zusammenschnurren, nicht selten begleitet von scharfem Zischen, mit Reduktion der verbleibenden Hülle zu einem traurigen Rest, einem blassen Abbild und blutleeren Schatten der einstigen Majestät.’

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