Das Kind

Das Kind steht da. Direkt vor meiner Ausleihtheke.

Es tut nichts, es steht nur da. Es schaut mich an.

Seit fast fünf Minuten steht es da und schaut mich an.

„Na, junger Mann, kann ich Dir helfen?“

Keine Reaktion. Doch, halt, die rechte Hand hebt sich und der Zeigefinger findet sein Ziel im rechten Nasenloch. Durch die Haut ist das Kreisen der Fingerkuppe im Nasenloch zu beobachten.

Es blinzelt nicht. Es starrt mich nur an. Ich werde gleich wahnsinnig.

Vor allem kenne ich das Kind gar nicht und weiß nicht, wo es her gekommen ist.

Ist es vielleicht ein Alien, das sich plötzlich zwischen den Bücherregalen materialisiert hat? Ich weiß es wirklich nicht.

„Ist deine Mama hier irgendwo?“

Keine Reaktion.

„Gehts dir gut?“

Keine Reaktion.

Plötzlich eine Bewegung – Der Finger verlässt das Nasenloch. Das Kind hält ihn wie eine von Rotz befleckte Monstranz vor sich und kommt langsam auf mich zu.

Mir ist dieses Kind wirklich unheimlich.

Als es an die Tischplatte meiner Ausleihtheke stößt, hält es an, zeichnet mit dem Rotz ein X auf das Holz und geht zur Tür raus.

 

Das ist genau so passiert, vor gerade mal einer halben Stunde. Morgen werde ich bei der Amtsleiterin einen Elektroschocker beantragen. G A R A N T I E R T !

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