Die AfD, Pegida und Fußmatten

Ich hab ja lange nichts zum Thema AfD und Pegida gesagt, aber gerade habe ich wieder einmal einen Text gelesen, der meiner Meinung nach ganz gut zu der Thematik passt. Die AfD will uns mit aller Gewalt in die miefigen Adenauer-Jahre zurückführen, wo „die Welt noch in Ordnung“ war. Frauen standen am Herd, der Mann ging arbeiten, Samstach wird die Sportschau gesehen und danach die Familie verdroschen. Danach gehts ab in die Wanne für das wöchentliche Bad. Man hat die Uniform nicht nur im Schrank hängen, sondern auch im Kopf. Der Staat hat immer recht und die Behörde ist allmächtig. Nur nicht aufmucken, immer schön duckmäusern. So eine Welt will die AfD. Aber ich nicht.

Ich will keine Welt, wie vor 60 Jahren, ich will eine bunte Welt, wo jeder Jeck anders sein kann. Ich will keine Welt, in der Menschenhaufen marodierend durch unser Städte ziehen und stumpf „Wir sind das Volk“ oder „Lügenpresse“ blöken und in ihrer dumpf-brauenen deutschtümelnden Soße hocken.

Ach ja, würden sich all diese *räupser* „Herrschaften“ doch einfach mal den Stock aus dem Arsch ziehen.

Aber immer wenn ich einen dieser *räusper* „Herrschaften“ im Fernsehen in einer Talkshow sehe, habe ich folgenden Dialog im Ohr:

Fr.:      Willem, du willst doch keene Dummheiten machen! 
Voigt:    [bitter] Nee, Dummheiten? Nee! Ausjeschlossen! 
          Ick wer' nu langsam helle! Haa, haa... 
Fr.:      Nu lach doch nich immer! Det is doch ernst! 
Voigt:    Nee, ick find' det lustig: dir ham' se nich befördert, 
          un' mir befördern se. 
Fr.:      Sei doch stille. Is halt'n Unglück, was hier passiert. 
Voigt:    Wat is det? 'n Unglück? Nee, det is'n janz sauberes, 
          jlattes, ausjewachsenes Unrecht, is det! Un det muß man nur 
          wissen, und ick weeß nu. 
Fr.:      Willem, det mußte tragen wie'n Mann. 
Voigt:    Wohin soll ick denn tragen, ohne Paß und ohne Aufenthalt! 
          Muß doch 'n Platz jeben, wo der Mensch leben kann! 
Fr.:      'n Mensch biste doch nur, wenn de dich in 'ne menschliche 
          Ordnung stellst. Leben tut ooch ne Wanze. 
Voigt:    Sehr richtig, die lebt. Un' weeste, warum die lebt? Erst 
          kommt de Wanze, Friedrich, un' dann de Wanzenordnung - 
          erst der Mensch, Friedrich, und dann de Menschenordnung! 
Fr.:      Willem, du fährst auf'm janz falschen Jleis. 
          Bei uns in Deutschland jib't jar kein Unrecht. Bei uns jeht 
          Recht un Ordnung über alles. 
Voigt:    So...meine Ausweisung? Is det Recht un Ordnung? Und deine 
          Beförderung? Is det recht un Ordnung? Wenn, dann muß 
          de Ordnung richtig sein, un det isse nich!!! 
Fr.:      Willem, ick sage dir: vor det Jeld, dat se an meiner 
          Löhnung sparen, wird vielleicht 'ne Kanone jebaut. 
Voigt:    Ja, un dann jeht se los, un dann trifft et wieder dich, 
          bumm-bumm, da liegste - 
Fr.:      Jawoll. Da lieg' ick. Wenn's ma losjeht. Un denn weeß ick 
          aber ooch, wofür. Vor's Vaterland, vor de Heimat. 
Voigt:    Mensch, ick häng' an meiner Heimat jenau wie du, jenau wie 
          jeder, aber erst soll'n se m'r ma drin leben lassen in der 
          Heimat, dann kann ick auch sterben für, wenn's sein muß! 
          Wo isse denn, die Heimat? Im Polizeirevier? Oder hier 
          im Papier? - Ick seh jar keene Heimat mehr vor lauter 
          Bezirke... 
Fr.:      Ick will det nich hören, Willem...un' ick darf's nich hören. 
          Ick bin Soldat un...ick bin Beamter. 
Marie:    ...nu streitet doch nich!!! 
Fr.:      Haste denn jar keene innere Stimme, die dir sagt... 
Voigt:    Vorhin, uff'm Friedhof, da hab' ick se jehört, die innere 
          Stimme. Da hat se jesprochen, da hat se zu mir jesagt: 
          Mensch, hat se jesagt, einmal kneift jeder 'n Arsch zu - 
          du auch, hat se jesagt, und dann stehste vor Jott dem Vater, 
          der alles jeweckt hat, vor dem stehste denn, un der fragt 
          dir ins Jesichte: Schuster Willem Voigt, wat haste jemacht 
          mit dein' Leben, un dann muß ick sagen: Fußmatte...Fußmatte, 
          muß ick sagen, die hab ick jeflochen in Gefängnis, un da sind 
          se alle drauf rumjetrampelt. und Gott der Vater sagt zu mir: 
          Jeh weg, sagt er, Ausweisung, sagt er, detwegen hab ick dir 
          det Leben nich jeschenkt, det biste m'r schuldig, sagt er, 
          wo isset? Wat haste 'mit jemacht?...Un denn, Friedrich, denn 
          isset wieder nischt mit de Aufenthaltserlaubnis... 
Fr.:      Du pochst an die Weltordnung, Willem. Det is Versündigung. 
Voigt:    Nee nee. So knickrig will ich mal nicht vor meinem Schöpfer 
          stehen. Ick wer' noch wat machen...mit mein' Leben... Is jut, 
          Friedrich. Bis'n braver Kerl. Dank d'r für alles. Ick jeh. 
          Dir auch, Marie. Ich wer'...Ich wer' noch wat machen nu... 
Marie:    Willem...Willem! 
Fr.:      Der Mensch is ja jefährlich..... 

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