Frühsommer in der Provinz

Habt ihr das auch schon gemerkt? Es wird so langsam Frühsommer und mit den steigenden Temperaturen kommen auch wieder sämtliche Nervtrolle aus ihren Löchern gekrochen. Und es sind nicht nur die Trolle, die zu jeder Tages- und Nachtzeit mit ihren aufgemotzten Autos und Motorräder über die Straßen knallen und denken, dass sie ganz tolle Hechte oder harte Kerle wären, in Wahrheit aber nur ihre genitale Minderbemittlung auszugleichen zu versuchen.

Nein, auch die Parkplatz-Trolle tauchen wieder auf. Rechtzeitig zum Einbruch der Dunkelheit rottet sich diese Spezies auf allen möglichen und unmöglichen Parkplätzen zusammen und versucht, sich hier zu produzieren. Beobachtet man diese Szenerien, so ist man an eine Herde Schimpansen im Tierpark Hagenbeck erinnert, wo jeder Schimpans versucht, sich als größter und stärkster zu beweisen. Fast erwartet man, dass die Parkplatz-Trolle noch auf das Dach ihres bis zum gehtnichtmehr aufgemotzten Kraftwagen springen und sich unter wildem Kreischen auf die Brust schlagen oder die roten Hintern präsentiert.

Dies alles, um einfältigen, adoleszenten Frauen zu imponieren, deren Kleidungsstil man eher von tschechischen Straßenrändern oder aus dem Wartezimmer der Klinik für Haut- und Geschlechtskrankheiten an der Charité in Berlin kennt. Sie quittieren die Anstrengungen ihrer männlichen Artgenossen mit kreischendem Lachen, welches dem normalen Menschen durch Mark und Bein geht und dazu angetan ist, dass Fledermäuse die Orientierung verlieren.

Jetzt höre ich euch schon wieder empört ausrufen „Jetzt lass sie doch, du alter Spießer!“ Ich sage euch was. Normalerweise wäre mir das auch piepegal. Nur ist es ja so, dass wir durch die Bundesstraße vor unserem Haus schon den ganzen Tag mit Lärm beschallt werden. Und wenn so ein 40 Tonner mal mit lockeren 80 innerorts über die Kanaldeckel brettert, dass unser ganzes Häuschen zittert, weiß man, was Lärm heißt.

Dann bleibt nur noch die Nacht zur Erholung und selbst da mussten wir ja schon Einschränkungen in Kauf nehmen, in Form der motorisierten Dödel, die sich durch ihre überdimensionierten Subwoofer ihr bisschen Resthirn aus der Fontanelle blasen. Und dann hat man eben noch jeden Abend die Parkplatz-Trolle, gefangen in ihrem Glauben, sie seien ganz tolle Hechte.

Ich weiß, ich habe diesen Text etwas satirisch überspitzt formuliert. In Wahrheit ist die Lage noch drastischer. Wir leben in einer Situation, die uns jedwede Entspannung fehlt. Tagsüber der Straßenlärm und in den Nächten dann eine Kakophonie von Lärm, bestehend aus Gekreische, Türenschlagen, Musik und Geschrei. Und das ganze nur gut 30 Meter von meinem Schlafzimmer entfernt. Mittlerweile bemerke ich auch körperliche Probleme, die hieraus resultieren. Angeschlagene Nerven, Überreiztheit und ständige Schmerzen in der Brust sind meine ständigen Begleiter.

Um es auf den Punkt zu bringen: Ich mag nicht mehr!

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4 Gedanken zu “Frühsommer in der Provinz

  1. Oje, du hast mein volles und ehrliches Mitgefühl. Wir hatten auch mal eine Zeit, in der wir jeden Abend bis spät in die Nacht das Gekreische der Jugendlichen auf einem Spielplatz ertragen mussten. Das hält man nicht lange durch. Ich hoffe, ihr findet bald eine Lösung.

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    1. Was ich halt nicht verstehe ist, dass sich diese „Herrschaften“ immer am vorderen Ende des Parkplatzes zusammenrotten. Der ist nämlich echt lang, aber schmal. Am anderen Ende würde niemand irgendwas mitbekommen.

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      1. Wozu sich mit den aufgemotzten Hobeln zusammenrotten, wenn es keiner mitbekommt? Sehen und gesehen werden ist doch Sinn und Zweck der Übung. Ich fänd’s besser, sie täten in schrille Kleidung investieren und die in der Disco vorführen, wo sie niemanden stören, der nicht absichtlich dort ist. Und ohne teuer zurechtgemachtes eigenes Auto hätten sie auch genug Geld für ein Taxi nach Hause…

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  2. Da ist nichts überspitzt geschrieben, das ist so. Ich wohne zwar ruhiger, aber in der Nachbarschaft ist öfters so ein Herr Schimpans mit so einem niedertourigen Vibrator auf RädernMotorrad, Sorte Chopper, unterwegs. Der dreht immer eine halbe Stunde lang seine Runden. Ungefähr die Hälfte des Kraftstoffs geht in Fehlzündungen, und wenn er unten vorbeifährt rappeln die Tassen im Schrank. Darüber zu schreiben hatte ich mir auch schon überlegt.

    Und so einen Balzplatz gibt es in der Gegend auch. Da fahren allerdings eher die gesetzten Semester (wie der eben erwähnte Selbstdarsteller) zweirädrig vor. Immer einmal um den Platz, und vor dem Parken wird noch ein-, zweimal der Gashahn aufgerissen, dass einem die Füllungen aus den Zähnen fallen. Anschließend mit triumphierendem Blick in die Runde Schlüssel abziehen, Helm weghängen und einen trinken gehen. Armselig und peinlich, meiner unmaßgeblichen Meinung nach.

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