Das Haus am Waldrand – Ein Fragment

Er fuhr durch das kleine Dörfchen, das schlafend in der Nacht lag. Nur noch einige Katzen stromerten durch die kleinen Gassen. Eine halbe Meile hinter dem Dorfausgang lag das kleine Cottage, das er von seiner Großtante geerbt hatte.

Als er auf das Haus zufuhr freute er sich über das warme Licht in den Fenstern, seine Frau war also schon zu Hause. Er parkte vor der Garage und als er den Wagen verließ, wollte er so schnell ins Haus, dass ihm die unnatürliche Stille in der Umgebung überhaupt nicht auffiel.

Der Willkommenskuss, den er seiner Frau gab, wurde beobachtet. Dreizehn Augenpaare waren auf das kleine Häuschen gerichtet. Lidlose Augen, die ohne Iris leer in die dunkle Welt starrten und doch alles sahen. Sie hatten sich in einem Rund um das Cottage verteilt und begannen nun mit schlurfendem Schritt im Kreis um das Gebäude herum zu gehen. Ein Kreis, der immer enger wurde.

Die Tiere, die die Schatten beobachteten drückten sich tief ins Unterholz und selbst die mutigsten von ihnen, wie der Dachs, die Ratte und der Maulwurf, hielten den Atem an.

Nah am Haus hatten die Schatten einen Kreis gebildet. Niemand würde ihnen entkommen können. Einer Schatten löste sich aus dem Kreis und schritt zur Eingangstür, hob den Arm und aus dem Ärmel der Kutte schälte sich eine knochige, klauenartige Hand, die an die Tür pochte.

Das Ehepaar nahm an, dass es ihre Freunde waren, die vorbei schauen wollten. Sie gingen zusammen zur Tür und öffneten diese lachend.

Ihre Schreie hörte niemand.

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