Die homöopathische Farbenlehren

Farben sind schön. Farben sind was Feines. Ohne Farben wäre es noch döööfer hier. Farben dienen aber auch als Grundlage für so manche hmmm… sagen wir es mal wohlwollend merkwürdige Theorien. Eine davon ist die homöopathische Farbenlehre. Homöopathische Farbenlehre fragt ihr euch jetzt? Was soll das sein? Weiß gestrichene Räume, von denen behauptet wird, sie seien tatsächlich rot, gelb und grün gestrichen? Schauen wir uns das mal genauer an.

Diese Farbenlehre geht zurück auf den Homöopathen Hugbald Volker Müller (1921-2000), der den 1970er und 1980er Jahren mit Veronica Carstens zusammenarbeitete und 1985 dachte er sich nun diese Farbenlehre aus. Müller war es auch, der die homöopathische Handschriftenanalyse entwickelte. Aber davon berichte ich in einem anderen Artikel, meine Leidensfähigkeit ist schon durch diese „Farbenlehre“ ausgeschöpft…

Aber wie funktioniert nun dieses Zeugs?

Ganz einfach. Dem Patienten wird eine Übersichts-Farbtabelle vorgelegt, in der er spontan den Farbbereich angeben soll, der ihm am besten gefällt. Dann darf sich der Patient mit Hilfe einer feineren Tabelle die exakte Farbnuance aussuchen. Den Farbnuancen sind dann Medikamente zugeordnet. Momentan gibt es wohl um die 1.100 Mittel, denen Farben zugeordnet sind oder umgekehrt. Das ganze kann man dann noch mit der Handschrift verknüpfen. Wie weit man so eine Beliebigkeit auswälzen kann, zeigt sich darin, dass es ein dreibändiges Lehrbuch (89.–€) gibt.

Zwar mag eine Farbenlehre in der Modewelt oder der Innenarchitektur von Nutzen sein, doch wenn eine derartige Beliebigkeit Einfluss auf die Behandlung körperlicher Leiden haben soll, ist dies höchst gefährlich. Die Lieblingsfarbe oder die Handschrift kann doch keinen Einfluss darauf haben, wie Medikamente im Körper wirken.

Dann kann ich ja genauso Essens-, Musik- oder Filmvorlieben heranziehen. „Aaach, Herr Schneidereit, Sie sind der Linsensuppentyp? Dann gebe ich Ihnen mal Flatulenzia D12, das hilft besser…“

Man kommt aus dem Kopfschütteln nicht mehr heraus.

P. S. Das Beitragsbild zeigt einen Farbkreis nach Newton und hat mit dem homöopathischen Tralala nichts zu tun, ist aber schön bunt…

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Ein Gedanke zu “Die homöopathische Farbenlehren

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