Albert – Prinzgemahl aus Leidenschaft

800px-albert_sachsen_coburg_gothaPrinz Albert von Sachsen-Coburg und Gotha – oder Prinz Franz Albrecht August Karl Emanuel von Sachsen-Coburg und Gotha – wie er komplett hieß, wurde am 26. August 1819 auf Schloss Rosenau geboren, wo er zusammen mit seinem älteren Bruder, dem späteren Herzog Ernst II. auch aufwuchs. Seine Eltern waren Herzog Ernst von Sachsen-Coburg und Gotha und Louise von Sachsen-Gotha-Altenburg.

Da Herzogin Louise das Schloss Rosenau bequemer fand, lebte sie dort mit ihren Kindern, während ihr Mann sich dort 1784_ernst_inur selten aufhielt. Die Eltern trennten sich aber nur wenige Jahre nach Alberts Geburt und er hatte keinen Kontakt mehr zu seiner Mutter. Die Erziehung wurde von einem „Herzoglichen Rat und Prinzen-Instructor“ erledigt. Hierbei handelte es sich um Christian Florschütz, dem Sohn eines Coburger Gymnasiallehrers, der in Jena Theologie und Philosophie studiert hatte.

Natürlich wurde Florschütz bald die wichtigste Bezugsperson im Leben Alberts, sah er seinen Vater doch recht selten und die Großmutter Karoline Amalie von Sachsen-Gotha-Altenburg, zu der er ein sehr inniges Verhältnis hatte, lebte im entfernten Gotha.

800px-leopold_portret_winterhalterEine weitere wichtige Persönlichkeit in Alberts Leben war sein Onkel König Leopold I. von Belgien, der jüngste Bruder seines Vaters. Leopold war es auch, der eine Verbindung zwischen Albert und der zukünftigen englischen Königin Victoria forcierte. Hier kamen ihm seine Familienband zu Gute, waren doch Leopold, Victorias Mutter und Alberts Vater Geschwister. Albert und Victoria waren dadurch auch Cousin und Cousine.

Albert und Victoria trafen sich erstmals im Sommer 1836 und Victoria schrieb nach dem Treffen an ihren Onkel Leopold, durch Albert habe sie erstmals die „Aussicht auf ein großes Glück“. Die Romanze der beiden ließ sich aber langsam an. Albert und sein Bruder Ernst gingen zum Studium an die Universität Bonn. Hier wurden die beiden nochvicky_of_kent-victorias-mutter von ihrem Erzieher Christian Florschütz begleitet, aber als Prinz Albert im Dezember 1838 für ein halbes Jahr nach Italien ging, begleitete ihn Christian Stockmar, der langjährige Berater König Leopolds.

Die Beziehung zwischen Albert und seiner Cousine Victoria – die mittlerweile zur englischen Königin gekrönt wurde – war geprägt von politischen Einmischungen und daraus resultierendem auf und ab. Neben König Leopold war auch der Premierminister Lord Melbourne in die Angelegenheit involviert und jeder verfolgte seine eigenen Ziele. Albert und Victoria waren somit zum Spielball der Politik geworden.

victoria_marriage01Aber ihre Liebe setzte sich durch und am 10. Februar 1840 heirateten die beiden in der Kapelle des St. James‘ Palastes in London. Die ersten Ehejahre brachten für das junge Paar auch einige Krisen, beide mussten sich in ihre neuen Rollen erst einleben, war doch gerade für Albert das Leben als Prinzgemahl, also als „zweite Geige“ nicht einfach.

Doch die beiden rauften sich zusammen und auch Albert fand seine Nische, in die er sich einbringen konnte. So lag ihm besonders das Wohl der Fabrikarbeiter am Herzen und er konzipierte standardisierte, günstig zu bauende Wohnungen für sie. Die Wohnungen sollten bereits Toiletten mit Wasserspülungen und Anschluss an die Wasserleitung haben. Auch die erste Weltausstellung von 1851 geht auf die Initiative Alberts zurück. Er organisierte sie federführend und plante auch noch den „Crystal Palace“, den Ausstellungspalais im Hyde Park.

Die Briten haben dem Prinzgemahl auch die Weihnachtsbäume zu verdanken, brachte er doch den ersten aus seiner Coburger Heimat mit nach London. Ein Bild der königlichen Familie unter dem geschmückten Baum in den „Illustrated London News“ machte den Brauch auch auf der Insel populär.

Dies zeigt auch die Beliebtheit der königlichen Familie. Sie waren zum positiven Vorbild für ihr Volk geworden, was gerade dem bescheidenen und familiären Albert zu verdanken ist. Das negative Image des Königshauses, das durch die Verschwendungssucht der Könige seit Georg III. war bald vergessen.

Albert kümmerte sich auch intensiv um die Erziehung seiner Kinder und war damit eine Ausnahme in der damaligen Zeit. Victoria und er hatten insgesamt neun Kinder:

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Victoria, die den deutschen „99 Tage Kaiser“ Friedrich III. Heiratete,
Albert Edward, der Prince of Wales und spätere König Eduard VII.,
Alice,
Alfred, der später das Herzogtum Sachsen-Coburg und Gotha regierte,
Helena,
Louise,
Arthur,
Leopold und
Beatrice.

Alice, Beatrice und ihre Mutter Victoria waren übrigens Überträgerinnen der Bluterkrankheit. Alice ist übrigens die Urgroßmutter des heutigen Prinzgemahls Philip, der hierdurch mit seiner Frau verwandt ist.

the_royal_family_on_the_terrace_of_osborne_house_by_leonida_caldesiDas Eheglück der beiden hielt aber nicht lange, starb Albert doch bereits mit 42 Jahren am 14. Dezember 1861. Die damals offizielle Version war Typhus, heute geht man aber von Magenkrebs aus. Victoria machte allerdings ihren ältesten Sohn Edward, genannt Bertie, für den Tod ihres geliebten Mannes verantwortlich. Dieser studierte zu jener Zeit in Cambridge und pflegte einen recht, nunja, ausschweifenden Lebensstil. Drei Wochen vor seinem Tod und von der Krankheit gezeichnet ritt Albert fiebernd zu seinem Sohn, um ihn auf den rechten Weg zurück zu bringen.

Victoria ließ ihren Albert im Mausoleum von Frogmore bei Schloss Windsor beisetzen. Sie hatte das Mausoleum extra für sie beide bauen lassen und fand Jahrzehnte später dort auch selbst ihre letzte Ruhe. Die Trauer der Königin ging soweit, dass Alberts Schlafzimmer unberührt blieb und dort jeden Abend warmes Wasser bereit gestellt wurde, fast so, als wäre er nur kurz aus dem Zimmer gegangen. Auch die Bettwäsche wurde regelmäßig gewechselt. Ihre Trauer brachte sie auch in unzähligen Briefen an ihre Familie zum Ausdruck.

Ihm zu ehren ließ sie auch das „Albert Memorial“ in Kensington Gardens errichten. Zu dieser nationalen Gedenkstätte gehört auch die Royal Albert Hall.

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