Warum Homöopathiekritik wichtig ist

Ich wurde die Tage gefragt, was denn „eigentlich so schlimm an der Homöopathie sei“. Man bräuchte ja einfach nur keine Globuli nehmen und alles wäre gut. Das wäre natürlich schön. Ist aber nicht so.

Deswegen habe ich mal die Punkte, die mir am wichtigsten sind, zusammengefasst. Die Reihenfolge stellt keine Wertung der Argumente dar, sondern ist willkürlich. Und natürlich gibt es noch mehr Argumente für eine Kritik an der Homöopathie, als im Folgenden dargestellt, die vorliegenden Argumente sind meiner Meinung am wichtigsten.

  1. Stichwort: Krankenkassen.
    Immer mehr Krankenkassen übernehmen homöopathische Behandlungen unter verschiedenen Voraussetzungen als freiwillige Leistung. Das bedeutet ganz plakativ gesagt, während z. B. im Bereich des Zahnersatzes und der Sehhilfen die Zuzahlungen der Kassen auf ein lächerliches Niveau schrumpfen, wird auf der anderen Seite Geld für Behandlungsmethoden aus dem Fenster geworfen, deren Wirkung nicht über den Placeboeffekt hinaus gehen, nur weil die im Moment von einem kleinen Mitgliederkreis gewünscht wird.
  1. Stichwort: Therapieverschleppung.
    Wenn Patienten versuchen, geringfügige Erkrankungen mit Homöopathika zu behandeln, mag das ja noch lustig sein. Der Schnupfen dauert halt 7 Tage, mit Globuli nur eine Woche. Bedenklich wird es aber, wenn Patienten ernsthafte Erkrankungen mit den Zuckerkügelchen behandeln wollen. Dadurch wird die sinn- und wirkungsvolle Behandlung verzögert und erschwert. Ist die Krankheit dann so weit fortgeschritten, dass auch die konventionelle Behandlung nicht hilft, wird das von den „Globulisten“ als Versagen fast schon gefeiert.
  1. Stichwort: Medikamenten-Affinität.
    Auf jeden Spielplatz kann man die Szene beobachten. Ein Kind stürzt und schlägt sich das Knie auf. Der/Die Erziehungsberechtigte kommt und verabreicht „erstmal ein Arnika-Globuli“. Natürlich schmeckt das dem Kind (und wir wundern uns über Diabetes im Kindesalter), ist aber pädagogisch kontraproduktiv. Hierdurch wird dem Kind ja nur suggeriert, das beim kleinsten Wehwehchen eine Pillengabe indiziert ist. Vielleicht könnten die Erziehungsberechtigten einfach wieder zum guten alten „Pusten“ übergehen, das hilft genauso gut wie Globuli.
  1. Stichwort: Verschwörungstheorien und Mimimi.
    Das geht mir persönlich besonders auf den Zeiger. Das dauernde Mimimi der Globulisten. „Bäääääh… die böse Pharmamafia unterdrückt uns… Bäääh“ und ähnliches Gejammer. Hört mal zu, Kollegen, nur um das einmal deutlich zu sagen: die Hersteller von Homöopathika sind genauso gewinnorientierte Unternehmen wie die „Pharmamafia“ oder denkt ihr, die verschenken die Globulis? Na also. Also zieht euch mal den Stock aus dem Hintern und hört auf, euch dauernd als die unterdrückten armen Hascherl zu präsentieren. In jeder Apotheke wird mir das Zeug angeboten wie das Sauerbier, da kann man doch nicht von Unterdrückung sprechen.

So, das sind mir die wichtigsten Punkte. Und natürlich weiß ich, dass jetzt wieder irgendwelche Kommentare aufschlagen, die mich belehren/beschimpfen/lächerlich machen wollen oder was auch immer. Tut was ihr nicht lassen könnt, Homöopathie hilft trotzdem nicht.

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9 Gedanken zu “Warum Homöopathiekritik wichtig ist

  1. Sehr guter Post. Mir geht es ähnlich wie dir. Ich bekomme schon Pickel am Hals wenn ich nur an Globuli, Rescue-Tropfen oder Bachblüten-Therapie denke.

    Aber mein persönliches Highlight sind Placentaglobuli, wofür sollen die eigentlich sein? Nach welcher „Lehre“ sind hergestellt und wo gegen sollen die helfen? Nach der Homöopathielehre meinem Verständnis nach gegen Schwangerschaft, weil Placenta bedeutet Leben und in der Homöopathie wird die Krankheit ja mit dem der Krankheit bekämpf. Oder will man hier nur das Geld machen, weil diese ganzen Firmen sich eh nicht darum scheren wie ihre Mittelchen wirken sollen.

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  2. Schön geschrieben Onkel Michael. Wir im Informationsnetzwerk Homöopathie brauchen irgendwie immer viel mehr Wörter dafür 😉

    @Frank, Du suchst die Logik? Vergebens. Suche die Gefühle und die Bedürfnisse der Leute, die diesem Schmarrn aufsitzen. In der Zwischenzeit müssen wir uns aber eben auch um die kümmern, die es wirklich nicht besser wissen und die für Argumente noch zugänglich sind.

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  3. 5. Stichwort: Logik
    Es ist eigentlich viel einfacher. Fernab den mit über Homöopathie angestoßenen Studien, die dem Laien nur eine Seriosität dieses Themas suggerieren, sagt der Verstand und auch das objektive Wissen über die Materie, dass die Zuckerkügelchen nichts anderes als Zucker enthalten und folglich auch nicht wirken können. Da helfen auch keine Märchen und Lügen um eine „Quantenphysik“ und dem definitiv nicht vorhandenen „Gedächtnis“ von Wasser.

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