Der Blutdruck und seine Messung – Teil 1

1. Vorbemerkung

Blutdruck ist etwas Feines, ich persönlich schätze meinen Blutdruck sehr. Genauso wie die regelmäßige Respiration, also die Atmung. Beide möchte ich nicht missen.

Heutzutage ist es auch einfach, den Blutdruck zu ermitteln. Mit kleinen elektronischen Geräten geht dies ganz bequem zu Hause. Bis dahin war es allerdings ein langer Weg. Viele Menschen haben im Laufe von gut zweihundert Jahren daran gearbeitet, dass wir es heute so einfach haben. Und eben diesen langen Weg möchte ich an dieser Stelle aufzeigen.

Hier geht es auch nicht darum, zu beschreiben, wie man „richtig“ Blutdruck misst, die Ausführungen im nächsten Kapitel hierzu sind nur oberflächlich und ersetzen keine fachgerechte Ausbildung zum Thema Blutdruckmessung.

2. Der Blutdruck und seine Messung

Um mal wieder den viel strapazierten Professor Bömmel aus der Feuerzangenbowle zu zitieren: Wat is ein Blutdruck? Da stellen wir uns ma janz dumm…

Blutdruck wird fachlich auch „Gefäßdruck“ genannt und durch diesen weiteren Begriff merkt man schon langsam, wie der Hase läuft. Es handelt sich nämlich um die Kraft pro Fläche, die zwischen Blut und Gefäßwänden der Arterien, Kapillaren und Venen ausgeübt wird, wobei beim Blutdruck meist der Druck in den größeren Arterien gemeint ist.

So, jetzt wissen wir, was ein Blutdruck ist, aber wie misst man ihn? Will man ja auch wissen… Dazu gibt es zwei prinzipielle, nämlich die direkte und die indirekte Messung. Bei der direkten Messung handelt es sich um eine invasive Methode, bei der ein Blutgefäß, meist eine periphere Arterie, die man sonst eh nicht so dringend braucht, punktiert und ein Katheder eingeführt wird. Durch die Verbindung mit einem Drucksensor kann man eine Blutdruckkurve auf einem Monitor darstellen. Nachdem es sich hierbei um eine Methode handelt, die zwar für höchst genaue Langzeitmessungen in der Klinik sehr, für den Laien aber weniger geeignet ist, soll sie hier nur kurz erwähnt sein.

Die zweite, non-invasive Methode ist die Blutdruckmessung, wie wir sie kennen. Zumeist wird die auskultatorische Messung angewandt, wie man sie vom Hausarzt kennt. Hierzu wird mit einer aufblasbaren Manschette die Arterie des Oberarms zusammengedrückt, so dass kein Blut mehr diese Engstelle passieren kann. Das Stethoskop wird dann in die Armbeuge gelegt und der Druck der Manschette langsam abgelassen. Irgendwann beginnt ein Klopfen, was die Druckspitzen des schlagenden Herzens sind. Das erste Klopfgeräusch zeigt den systolischen Blutdruck, das letzte den diastolischen Blutdruck. Dieses Klopfen nennt man nach seinem Entdecker Korotkow-Geräusch, von dem hören wir aber später noch mehr.

Eine weitere non-invasive Methode ist die palpatorische Messung, wie sie schon Riva-Rocci durchgeführt hat. Keine Panik, auch von Riva-Rocci hören wir später noch mehr. Die palpatorische Messung beginnt wie die auskulatorische Messung. Manschette anlegen und pumpen. Wo aber das Stethoskop ins Spiel kommt, nehmen wir unsere Finger. Mit ihnen ertasten wir nämlich das Einsetzen des Pulses an der Arteria radialis. Damit kann man natürlich nur den systolischen Wert ermitteln. Deswegen wird diese Methode meist nur bei einer großen Geräuschkulisse angewandt.

Die dritte non-invasive Methode ist die oszillatorische Messung, die zumeist bei Messautomaten in der Klinik oder in elektronischen Handgelenkmessgeräten angewandt wird. Deswegen soll sie hier vernachlässigt werden.

So, und das nächste mal erzähle ich euch, was ein Pfarrer und seine Pferde damit zu tun haben.

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