Gelesen: Aust, Norbert: In Sachen Homöopathie

Aust, Norbert: In Sachen Homöopathie: Eine Beweisaufnahme. Ebersdorf, 2013.
ISBN 978-3-942594-47-9

Der Autor dieses Buches, Dr. Norbert Aust, geboren 1952 ist Ingenieur und kein Mediziner, das tut dem vorliegenden Band keinen Abruch, geht Aust doch methodisch und wissenschaftlich an die Thematik Homöopathie heran. Der Leser spürt deutlich, dass der Autor ein fundiertes naturwissenschaftliches Basiswissen hat, mit dem er sich der Materie nähert. Seine Intention, sich mit der Homöopathie näher zu beschäftigen beschreibt der Autor auf seinem Blog „Beweisaufnahme in Sachen Homöopathie“ wie folgt: Mit der Homöopathie kam ich in Berührung, als meine Frau eine solche Behandlung begann, die allerdings auch nach längerer Zeit und verschiedenen Versuchen nicht zum Erfolg führte. Ich begann zu ergründen, was Homöopathie ist, habe intensiv in der wissenschaftlichen Literatur recherchiert – und muss mich sehr darüber wundern, wie wenig glaubhaft das Ganze ist, ein krasser Gegensatz zum gegenwärtigen wirtschaftlichen Erfolg der Homöopathie. Dies war für mich der Anlass, meine Ergebnisse in Buchform zu veröffentlichen.

Auf stattlichen 281 Seiten beschäftigt sich Dr. Aust von der naturwissenschaftlichen Seite her mit der Homöopathie. Erläutert er zuerst die Grundlagen der Homöopathie, erklärt Aust dann die Herstellung der sog. homöopathischen „Arzneimittel“ und geht vor allem auf die Potenzierung und das Thema „Wassergedächtnis“ ein und zeigt die verschiedenen Erklärungsmodelle der Homöopathen auf. Hierbei ist vor allem das Unterkapitel zur Quantenphysik hoch interessant, ist die Quantentheorie doch der „neue heiße Scheiß“ bei den Anhängern von alternativen Heilmethoden. Kein Mensch versteht sie richtig, es hört sich alles sehr wissenschaftlich an und es gibt jede Menge Phänomene, die der Alltagslogik entgegen laufen, so Dr. Aust. Und tatsächlich wird die Quantentheorie ja zur Erklärung von allem möglichen alternativmedizinischen Kokolores herangezogen. Ich warte ja nur noch, bis die Klientel den Begriff „Nano“ für sich entdeckt, aber das ist ein anderes Thema…

Einen großen Teil des Buches nehmen die statistische Auswertung vermeintlicher homöopathischer Erfolge und die Übersicht über die existierenden Studien und deren Erläuterungen ein. In gut verständlicher Sprache zeigt Dr. Aust auf, was von den Studien zu halten ist, wie es um ihre Reproduzierbarkeit steht und welche Sicht Homöopathen auf klinische Studien haben. Das hört sich zwar sehr trocken an, ist es aber nicht, schafft es der Autor doch, die ganze Thematik fundiert darzustellen ohne den Leser zu langweilen.

Den Abschluss des Buches bildet ein Kapitel zur homöopathischen Arzneimittelprüfung, zu den zur Verfügung stehenden Quellen und Schlusskapitel, in dem Norbert Aust der Frage nachgeht, wie sich die Homöopathie so lange „halten“ konnte.

Alles in allem ein hervorragender Überblick über die Homöopathie und ihre Wirkweise, der von einem versierten Naturwissenschaftler in gut verständlicher Form dargebracht wird. „In Sachen Homöopathie“ ist ein fundierter Einstieg in die Materie und kann jedem interessierten Leser nur empfohlen werden.

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2 Gedanken zu “Gelesen: Aust, Norbert: In Sachen Homöopathie

  1. Michael, eine gute Nachricht für Dich – die Nanopartikel sind schon da im Homöopathie-Universum! Es gibt eine „Studie“, die uns erzählen will, die Wirkstoffe würden sich sozusagen „trotz“ Potenzierung zu Nanopartikeln „verbinden“ und an der Oberfläche der Lösung bzw. den Rändern der Schüttelgefäße „haften bleiben“. Vom amerikanischen „Homöopathie-Papst“ Dana Ullman lautstark propagiert… Scheint niemand zu stören, dass Hahnemann gar nicht von einer materiellen Wirkungsweise ausging, das vergessen diese „Grundlagenforscher“ immer wieder.
    Es gibt eben nichts, was es nicht gibt…

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    1. Tja, es gibt tatsächlich nichts, was es nicht gibt… Es ist nur schlimm, dass den Kollegen von der anderen Feldpostnummer nicht entblöden auch die abstrusesten Erklärversuche zu bemühen.
      Vielleicht sind es auch bisher noch unentdeckte Nano-Bots… *Kopf -> Tisch*

      Gefällt 1 Person

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