Ein paar Gedanken zur „anthroposophischen Medizin“

So, meine lieben Leserinnen und Leser, ich wurde vom Susannchen gebeten, Ihnen etwas zur anthroposophischen Medizin zu erzählen. Das mache ich doch gerne und deshalb: Schnallen Sie sich an, es geht jetzt rund.

Anthroposophische Medizin geht auf den Steiner Rudolf zurück. Kennen Sie nicht? Dooooch… kennen Sie, Stichwort Waldorfschule, da kennt man ihn her. Also dieser Steiner Rudolf hat sich die Anthroposophie ausgedacht, das ist altgriechisch und heißt einmal ánthropos, also Mensch, und sophia, also Weisheit. Und in dieser Anthroposophie hat sich Steiner ein recht interessantes Menschbild zurecht gebastelt. Bei ihm gibt es nämlich gleich vier sogenannte „Wesensglieder“. Das sind der physische Leib, der Ätherleib, der Astralleib. Nein, nicht Astra-Urtyp, Astralleib, jetzt konzentrieren Sie sich doch… und die Ich-Organisation.

Aaaaaalso… diese vier Wesensglieder befinden sich im Menschen, sagt jedenfalls Steiner. Ob das so ist… nun ja, was Genaues weiß man nicht, aber ich glaube da jetzt eher nicht so wirklich dran. Aber weiter im Text, es wird nämlich noch doller.

Der physische Leib ist der einzige, der eine Materie hat, die anderen drei Glieder oder Leiber sind immateriell. Und diesen materiellen Menschen hat Steiner auch noch mal in drei Organsysteme gegliedert, nämlich in

  • die Nerven-Sinnesorganisation (sitzt hauptsächlich im Köpfgen)
  • die Stoffwechsel-Gliedmaßenorganisation (sitzt hauptsächlich im
    Verdauungs- und Bewegungsapparat und ist Träger der
    „Willensentscheidung“)
  • und die rhythmische Organisation bestehend aus Atmung und
    Blutkreislauf. Diese Organisation korrespondiert mit dem
    Gefühlsleben.

So, also man muss schon sagen, Phantasie hat er ja gehabt, der Steiner Rudolf. Vier Wesensglieder und drei Organsysteme. Und alle sollen harmonisch miteinander in einem kleinen Menschlein zusammenarbeiten. Das klappt nun nicht, genauso wenig wie am Heiligen Abend, wenn die Familie harmonisch zusammen sein soll. Da rummst es ja auch irgendwann und wenn es zwischen den vier Seinsebenen und den drei organischen Ebenen nicht harmoniert, dann entstehen Krankheiten.

Also nichts mit Viren, Bakterien oder so’nen Schotter, nein, Ihr Schnupfen ist kein einfacher Infekt, sondern vielleicht eine übertriebene astralische Tätigkeit oder sowas. Deswegen gibt es nicht nur spezielle anthroposophische Arzneimittel, die auf die Schwingungen zwischen den verschiedenen Ebenen einwirken sollen, sondern es gibt auch Heilmalen oder Heileurythmie (das bekannte „Namen tanzen“), um die „Disharmonien“ wieder in Einklang bringen.

Und wenn es dann mal Medizin gibt, dann sind die Wirkstoffe ähnlich wie bei der Homöopathie auch potenziert, also bis über die Nachweisgrenze hinaus verdünnt. Die Medikamente werden vom Therapeuten auch rein intuitiv (also willkürlich) ausgesucht.

Wenn Ihnen das jetzt etwas hanebüchen vorkommt, keine Panik, in der anthroposophischen Medizin wird auch an Karma und Reinkarnation geglaubt, also wenn sie was ekliges bekommen, dann sind Sie selber schuld, und wenn Sie daran sterben ist das auch kein Problem, dann wird einfach ruckzuck reinkarniert und man ist wieder da. Oder so.

Is Kappes… merkste selber… oder? Aber nicht in Deutschland, bei uns ist das rechtlich anerkannter Kappes. Glauben Sie nicht? Aber hallo! Seit 1978 gehört die anthroposophische Medizin zu den drei „Besonderen Therapierichtungen“ und kann dadurch teilweise von Krankenkassen (je nach Leistungskatalog) abgerechnet werden.

Ja, das meine ich ernst. Wenn also Ihr Ätherleib wieder zwickt oder die rhythmische Organisation nicht genug rhythmisiert, dann können Sie zum anthroposophischen Arzt gehen und der rüttelt Shre Schwingungen wieder in die richtige Richtung.

Gut, ich persönlich würde zu einem richtigen Arzt gehen und mich mit so Medikamenten behandeln lassen. So mit Wirkstoff und Gedöns, aber das ist jetzt nur meine Meinung. Voodoo soll ja auch ganz nett sein…

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Ein Gedanke zu “Ein paar Gedanken zur „anthroposophischen Medizin“

  1. Rudolf Steiner hat den uralten magischen Vorstellungen darüber, wie ein lebender Organismus funktionieren soll, noch weiteren Blödsinn zugefügt. Humbug zu Humbug. Im Gegensatz zu den alten Philosophen von vor etlichen Tausend Jahren hätte Rudolf Steiner es aber besser wissen können, und das darf man ihm getrost vorwerfen, ebenso wie den zahllosen weiteren neuzeitlichen Schwurblern, deren Vorstellungsbereich sich im rechten Winkel zur Realität befindet.

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