Gehört: Polydora – Ein Vorlese-Podcast

Die deutsche Podcastszene hält ja immer wieder Überraschungen bereit. Eine solche Überraschung erlebte ich gerade, als ich den Vorlese-Podcast „Polydora“ entdeckte.

Bei dem kleinen, feinen Podcast findet man wunderbare Perlen der klassischen Literatur von Edgar Allan Poe über Fjodor M. Dostojewski zu Johann Wolfgang von Goethe oder Friederike Kempner.

Als großer Freund der Balladen von Theodor Fontane hörte ich mir natürlich gleich „John Maynard“ an und genoss die wunderbare Umsetzung von Carola Bach, der Vorleserin und Betreiberin des Podcasts. Sprachgewaltig, mit perfekter Nuancierung und angenehmer Sprachfärbung vorgetragen, war „John Maynard“ ein wahrer Genuss.

Danach folgten „Das verräterische Herz“ von Poe, der „Zauberlehrling“ von Goethe oder Rilkes herrlich melancholischer „Herbsttag“ und jede Folge war ein ebenso großer Genuss.

Deswegen möchte ich euch allen „Polydora – Ein Vorlese-Podcast“ ans Herz legen. Unbedingt mal reinhören!

Gehört: Das geheime Kabinett

geheimkabinett

Den „Angegraben“-Podcast des Buddlers habe ich euch ja schon mal empfohlen, weswegen ich es nicht versäumen möchte, euch auch noch den zweiten Wurf des Buddlers, „Das geheime Kabinett“ ans Herz legen.

Im Archäologischen Nationalmuseum im schönen Neapel gibt es ein Gabinetto Segreto, also ein geheimes Kabinett, in dem sich ganz besondere Fundstücke aus der römischen Antike finden. Nämlich Fundstücke mit erotischem Motiv. Die meisten dieser Stücke fanden sich bei den Ausgrabungen von Pompeji und zeigen zum Beispiel kopulierende Paare, fliegende Penisse oder Götter mit enormen (wirklich enormen) erigierten Penissen.

Ähnlich dem neapolitanischen Kabinett beschäftigt sich auch der Buddler in seinem geheimen (Hör-)Kabinett mit Skurrilitäten der Geschichtsschreibung, die in der „offiziellen“ Geschichtsschreibung untergehen.

So erzählt der Buddler über Rasputins Gemächt, die Toilettenkultur im alten Rom, hysterische Gebärmütter oder Inzest im alten Ägypten. Aber auch „unerotische“ Skurrilitäten finden sich, wie z. B. in der Folge über die kgl.-preußischen Kaffeeriecher, dem Nabel der Welt, dem Ungeheuer von London oder die Knochen des Nikolaus.

Interessant sind auch die Folgen über Hitlers Blähungen (eines der wenigen Themen, die Guido Knopp noch nicht aufgearbeitet hat) oder den Postversand von Kindern in den USA.

Schön war auch das Adventskabinett, also ein hörbarer Adventskalender, in dem unser Buddler täglich (!) eine Folge des Kabinetts kredenzte, was die Vorweihnachtszeit wieder etwas erträglicher machte.

Was mir besonders am geheimen Kabinett gefällt, ist die große Mühe, die sich der Buddler mit jeder einzelnen Folge gibt. Selbst in der sicherlich stressigen Zeit des Adventskabinetts waren alle Folgen sehr liebevoll gestaltet. Dafür ein dickes Lob an den Buddler!

Also, ran an die Podcatcher und holt euch „Das geheime Kabinett“ auf die Ohren, es lohnt sich!

Ach ja, auch die normale Titelmelodie, als auch die des Adventskabinetts sind wieder toll!

Gehört: Angegraben

„Angegraben“ ist ein kleiner aber feiner Podcast, der von Mirko Gutjahr aufgenommen wird. Mirko Gutjahr (Spitzname „Buddler“) ist Archäologe und deshalb ist das Hauptthema des Podcasts auch die Archäologie. Nachdem der Buddler neben Frühgeschichtlicher Archäologie auch Mittelalterliche Geschichte studiert hat, ist seine Themenauswahl etwas „eurozentristisch und Mittlelalterlastig“, wie er selbst schreibt.

Aber alle 26 bisher erschienenen Episoden sind wirklich spannend erzählte Ausflüge in die Geschichte. Egal ob er über den mittelalterlichen Zauberring von Paußnitz, über die Ausgrabungen von Howard Carter, die Theorien von Erich von Däniken oder den Müll des Reformators Martin Luther berichtet, es wird spannend.

Zu Luther hat der Buddler ja ein besonderes Verhältnis, ist er doch seit 2014 für die Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt tätig und war bereits von 2010 bis 2014 wissenschaftlicher Leiter des Projektes Lutherarchäologie am Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie.

Tjaja, antiken Müll durchwühlen ist also OK, aber kaum macht man das mal bei seiner Nachbarin kommt auch schon die Polizei. Die Welt ist einfach ungerecht…

Und deswegen, extra für den Buddler hier der immer wieder nette Knittelvers des bekannten Philosophen Otto Waalkes:

Gestern brauchte ich noch Leinsamen und Butter,
da traf ich im Laden Martin Luther.
Was auch nicht verwunderlich war,
weil‘s ja ein „Reformhaus“ war.

Also, gehet hin und abonnierte fleißig den Buddlerschen Angegraben-Podcast, sonst gibt’s was hinten drauf!

EDIT: Was ich ganz vergessen hatte, war die tolle Titelmusik des Angegraben-Podcasts. Die ist wirklich klasse und bildet einen sehr stimmungsvollen Einstieg.

Gehört: Sternengeschichten

Florian Freistetter ist einer der bekanntesten Wissenschaftsblogger Deutschlands, dessen Hauptmedium sein Blog „Astrodicticum simplex“ ist. Als Astronom ist sein Hauptthemenbereich natürlich die Astronomie, er bloggt aber auch über andere Bereiche der Naturwissenschaften und beschäftigt sich mit pseudowissenschaftlichen Themen. In der Online-Ausgabe des Standard veröffentlicht er alle zwei Wochen einen Artikel in seiner Rubrik „So ein Schmarrn!“, wo er sich hauptsächlich auch mit pseudowissenschaftlichen Themen beschäftigt.

Seit dem 1. Dezember 2012 veröffentlich Florian Freistetter nun seinen Podcast „Sternengeschichten“, in dem er über Themen der Astronomie spricht. Hierin wird nicht nur Grundwissen vermittelt (Was sind Sterne? Die Namen der Sterne, Vom Leben und Sterben der Sterne, Alles über Kometen etc.), sondern auch über weiterführende Bereiche wie Gravitationswellenastronomie, Archäoastronomie oder Teleskope. In Folgen wie „Planet X und Vulkan – Planeten die es nicht gibt“, „Warum Astrologie nicht funktionieren kann“ oder „Aspekt, Aszendent und Häuser – Das Vokabular der Astrologie“ nimmt er im Internet oft kolportierten Unsinn auf’s Korn.

Insgesamt sind es mittlerweile 161 Folgen, die veröffentlicht wurden. Wenn auch die Titel manchmal etwas sperrig klingen, schafft es Florian Freistetter doch immer, die Inhalte für Laien (und sogar für naturwissenschaftliche Vollpfosten wie mich) verständlich und unterhaltsam zu gestalten.

Übrigens, wenn ihr auf einer Party das hübsche Mädel an der Bar beeindrucken wollt, dann eignen sich Titel wie „Baryonische akustische Oszilationen“ besser als „Panspermie“. Glaubt mir, ich habe da meine leidvollen Erfahrungen damit gemacht 😉

Ich kann nur eine absolute Hörempfehlung geben!

Also, gehet dorthin, wo Florian seine Stimme erschallen lässt, wie weiland ein Herold, wenn er einen Steuernachlass verkündet hatte und lernet über Astronomie.

P.S. Florian veröffentlicht gemeinsam mit Holger Klein noch einen weiteren Blog, nämlich WRINT-Wissenschaft. Über den werde ich im geplanten Artikel über das WRINT-Imperium schreiben.