Susannchen braucht keine Globuli

Kinder aufzuziehen (und dabei am besten noch zu erziehen) ist eine verantwortungsvolle Aufgabe, ihnen hierbei auch die beste medizinische Versorgung angedeihen zu lassen, sollte eigentlich selbstverständlich sein. Seit einiger Zeit ist es aber so, dass esoterikaffine Mütter nicht nur sich selbst, sondern auch ihre Kinder mit homöopathischen Mitteln versorgen. Und das bei der kleinsten Kleinigkeit. Hat sich ein Kind das Knie aufgeschlagen, gibt es sofort ein Arnika-Globuli (Globulus? Globulum? Gollum? Mein Ssssssssatz… Sorry, geht schon wieder), was für eine schnelle Konditionierung der Kinder sorgt. Was natürlich insofern problematisch ist, da die Kinder keine Wahl haben, im Gegensatz zu den Erwachsenen. Sie können sich gegen die Pseudomedizin nicht wehren.

Aber zurück zu unserem „Aua“ auf dem Spielplatz. Früher wurde von der Mutter mal auf die Wunde gepustet oder „Heile-heile-Segen“ gemacht und schon wurde weitergespielt. Und wenn tatsächlich Blut floss, kam ein Pflaster drauf. Dieses Pusten, das Heile-heile-Segen oder das Pflaster hatten die Funktion eines Placebos. Ursprünglich bedeutet Placebo wörtlich so etwas wie ‚Ich werde gefallen‘, etwas salopper übersetzt ‚Ich werde dir helfen‘. Zum einen ist damit das Placebo gemeint, also das Scheinmedikament, das keinen Wirkstoff enthält, aber dennoch eine Reaktion im Patienten auslösen kann, da er meint Hilfe zu bekommen. […]
Zum andern ist damit aber auch der Akt der Zuwendung gemeint. Jede Mutter vollbringt Placebo-Therapie, wenn sie ihrem Kind liebevoll auf ein ‚Aua‘ pustet, ein Trostpflaster aufklebt oder wenn sie es in den Armen wiegt. Tatsächlich ‚wirkt‘ eine solche Handlung nicht, praktisch weiß aber jeder, dass das Kind meist nach ein paar Minuten des Tröstens wieder munter davon springt oder beruhigt einschläft. Es hat also geholfen.(1)

Wie diese Placebo-Behandlung aussieht, kann natürlich unterschiedlich sein. Das Ganze nennt man „Placebo by proxy“ und wurde hier und hier recht anschaulich erklärt.

Um gerade junge Familien, Mütter, aber auch Kinder selbst aufzuklären, hat das Informationsnetzwerk Homöopathie nun schon seit einiger Zeit die Aktion „Susannchen braucht keine Globuli“ ins Leben gerufen. Die kecke Susanne klärt Eltern und Kinder darüber auf, dass Kinder eben keine Pseudomedizin benötigen, sondern viel mehr Zuwendung, Nähe und Liebe, um viele Krankheiten zu überwinden. Unterstützt wird sie durch ihren Freund Max, dem Hund Bello und den Kater Hannibal.

Hierzu gibt es verschiedene Motive, die es als Plakat, Postkarte oder Aufkleber gibt und von Sascha Abraham gezeichnet werden. Die fröhlichen Motive finden sich aber auch auf Kaffeetassen oder Einkaufstaschen wieder. Dies alles wird im eigenen Shop angeboten. Mit diesen Postkarten, Stickern oder Plakaten kann man hervorragend im Bekanntenkreis Aufklärung zur Homöopathie betreiben, wird doch auf allen Artikeln auf die Homepage des Informationsnetzwerkes hingewiesen. Also, schaut mal vorbei und unterstützt eine gute Sache. Ich persönlich kann das „Susannchen Rundum-sorglos-Paket“ empfehlen.

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